Von den Indianern bis zum Stuntman: Grundschüler reisen in die Neue Welt

thomaslaehns

Wenn sich Justin und Elias einen Kampf liefern, dann sieht das sehr gefährlich aus: Der eine holt mit der Schippe aus, verpasst dem anderen damit einen Kinnhaken Der rappelt sich wieder hoch, attackiert seinen Gegner – und wird dann endgültig mit einem Fausthieb zu Boden gestreckt. Trotzdem grinsen die beiden Streithähne breit: Es ist alles nur Show – und sie in Wirklichkeit die dicksten Freunde.

Im Rahmen der diesjährigen Projektwoche an der Grundschule Fichtenwalde sind die beiden Fünftklässler als Stuntmen geschult worden. „Es geht darum, wie man Schläge antäuscht und fällt, ohne sich wehzutun“, erklärt Elias. Die Choreografie ihres „Street Fight“ haben sie sich selbst überlegt, sagt Justin stolz. Sportlehrerin Nicole Hansen, die man auch als Kapitänin des Frauenfußballteams von Babelsberg 03 kennt, hat den Kindern die grundsätzlichen Bewegungsabläufe vermittelt und ihnen ansonsten freie Hand gelassen.

Stuntmen bringt man ja zuallererst mit Hollywood in Verbindung – und die „Traumfabrik“ liegt bekanntlich in Amerika. Die Neue Welt ist das Motto der Projektwoche, die noch bis Freitag läuft. Zu diesem Anlass reisen die Grundschüler durch die Kontinente, der Anfang wurde im vergangenen Jahr in Australien gemacht. In diesem Jahr beschäftigen sich die Grundschüler in selbstgewählten Gruppen mit der Geographie, Geschichte und den vielen Besonderheiten Amerikas.

Dazu gehören auch kulinarische Leckerbissen wie Hot Dogs, Tortillas oder Pancakes, die in der Gruppe von Lehrerin Birgit Mahlke zubereitet und zur Frühstückspause angeboten werden. Unterdessen wirbeln im Obergeschoss kleine Indianer durch die Flure: Die Gruppe von Angelika Meyer beschäftigt sich eingehend mit den Ureinwohnern Nordamerikas, bastelt Kopfschmuck und Kleidung, hat sogar einen Totempfahl vorbereitet, der nur noch dekoriert werden muss. Und die Kinder lernen allerlei neue Dinge, „zum Beispiel wo und wie die Indianer gelebt haben“, berichtet Schülerin Hanna. Ihre Klassenkameradin Zoe erklärt, dass die Indianer die Pflanzen als ihre Schwestern und die Tiere als ihre Brüder betrachteten.

Im Erdgeschoss wird indes etwas Bleibendes geschaffen: Hier gestalten Schüler die Stützpfeiler im Speiseraum – und zwar im Stile des New Yorker Pop-Art-Malers James Rizzi. Strich für Strich entstehen Häuserzeilen und Himmel auf den bislang eher tristen Bauelementen. In anderen Gruppen werden Themen wie Alaska, Brasilien, die Azteken und Maya oder Walt Disney angepackt. „Die Kinder sind sehr motiviert und freuen sich, so kreativ sein zu können“, erklärt Schulleiterin Ines Mülhens-Hackbarth.

Die Ergebnisse der Projektwoche werden am Samstag zum Tag der offenen Tür von 10 bis 12 Uhr vorgestellt. Der Schulförderverein wird Kuchen verkaufen, außerdem gibt es Burger. Mit dabei ist auch eine Olympiasiegerin – immerhin finden die Sommerspiele in diesem Jahr in Brasilien statt. Conny Waßmuth vom Kanuclub Potsdam wird über ihre bisherigen Erfahrungen berichten – und ihre Erwartungen, bevor sie am Sonntag ins Trainingslager aufbricht.

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